BMW Masters: Spanischer Angriff auf US-Boy Guthrie.
Shanghai. Auch nach dem dritten Tag der BMW Masters in Shanghai liegt Luke Guthrie an der Spitze des Leaderboards, muss die Führung jedoch erstmals in dieser Woche mit einem Kollegen teilen: Rafa Cabrera-Bello (-8) aus Spanien spielte eine bogeyfreie 67er Runde mit fünf Birdies und machte fünf Schläge auf den US-Amerikaner (-8) gut, der eine 72 (Par) notierte. Zahlreiche Verfolger können dem Duo mit einer guten Schlussrunde beim Auftaktturnier der European Tour „Final Series“ noch gefährlich werden. Dies gilt vor allem für Gonzalo Fernández-Castaño (-7), Sieger der BMW Asian Open 2006, der für seine dritte Runde auf dem Masters Course wie sein Landsmann Cabrera-Bello nur 67 Schläge benötigte und auf dem Leaderboard Platz drei belegt.
Guthrie geht damit erst zum zweiten Mal in seiner Profikarriere im letzten Flight in den Finaltag. „Wenn mir zu Beginn der Woche jemand gesagt hätte, dass ich als geteilter Führender in den Sonntag starten würde, dann hätte ich den Deal angenommen“, sagte der 23-Jährige. „Morgen werde ich natürlich ganz schön angespannt sein, auch wenn man mir das von außen wohl nicht ansehen wird. Der Abschlag am 18. Loch: Darauf freue ich mich riesig und bin absolut bereit. Heute lief es für mich nicht rund. Der Kurs hat wirklich seine Zähne gezeigt.“ Cabrera-Bello meinte: „Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung heute, die mir viel Selbstvertrauen geben sollte“, meinte Cabrera-Bello. „Die BMW Masters macht mir bisher super Spaß. Hoffentlich kann ich mein gutes Gefühl morgen mit auf den Platz nehmen. Ich werde mein Bestes geben – und hoffentlich viel Spaß haben.“
Auch hinter der Spitzengruppe gab es am Samstag viel Bewegung im Gesamtklassement. Der letztjährigen Gewinner des „Race to Dubai“ Rory McIlroy (-2) war nach vier Birdies in Folge auf der zweiten Neun ebenfalls lange auf dem Weg in Richtung Spitze. Allerdings unterlief dem Nordiren auf der schwierigen 18 ein Doppel-Bogey, das den „Celtic Tiger“ noch auf den 14. Platz zurückwarf. Diese Position teilt sich McIlroy unter anderem mit BMW Golfsport Botschafter Maximilian Kieffer. Auf der Scorecard des Deutschen standen drei Bogeys insgesamt fünf Birdies gegenüber. „Der Wind war heute nicht so sehr ein Thema. Deshalb hatte man die Chance, ein paar mehr Birdies zu machen“, sagte Kieffer. „Auf den ersten 16 Löchern habe ich auch gut gespielt. Dann folgten jedoch noch zwei Bogeys auf der 17 und der 18. Das ist natürlich sehr ärgerlich. Trotzdem war ich insgesamt solide unterwegs. Warten wir ab, wie die Bedingungen morgen sind. Der Trip nach Shanghai hat sich für mich in jedem Fall schon gelohnt. Ich habe mit Rory McIlroy und Graeme McDowell zusammengespielt. Dabei konnte ich viele Erfahrungen sammeln. Ich bin BMW dankbar dafür, dass ich die Chance bekommen habe, hier dabei zu sein.“
Neben Cabrera-Bello und Fernández-Castaño notierten auch Grégory Bourdy (-6) sowie Søren Kjeldsen (-2) aus Dänemark jeweils eine 67. Bourdy spielte sich damit hinter Guthrie und den beiden Spaniern auf Rang vier. Auf dem neunten Grün gelang dem Franzosen mit einem erfolgreichen Birdie-Putt aus nicht weniger als 35 Metern der Schlag des Tages. Auch Scott Jamieson (SCO, -5), Paul Casey (ENG, -5), Craig Lee (SCO, -5), Pablo Larrazábal (ESP, -4) und Thongchai Jaidee (THA, -4) haben vor den abschließenden 18 Löchern am Sonntag noch alle Chancen auf ein Top-Ergebnis im Lake Malaren Golf Club. Österreichs BMW Golfsport Botschafter Bernd Wiesberger gehört zu einer Gruppe von Pros mit einem Score von drei unter Par, genauso wie der ehemalige Weltranglistenerste Lee Westwood (ENG).
Martin Kaymer (Level Par) und Marcel Siem (+7), die beiden weiteren Deutschen im Feld, blieben am dritten Tag ebenfalls unter Par, liegen im Klassement jedoch bereits deutlich hinter der Spitze zurück. Siem spielte neben drei Birdies auf der 15 sein erstes Eagle des Turniers, musste allerdings auch zwei Bogeys sowie ein Doppel-Bogey auf der 17 hinnehmen. „Wenn der Golf-Gott nicht auf deiner Seite ist, dann ist es bei diesen windigen Bedingungen einfach schwierig“, meinte Siem. „Eigentlich habe ich gutes Golf gespielt, aber man kann heute wirklich sagen: Es war viel Pech dabei. Morgen werde ich versuchen, noch einmal eine gute Runde zu zeigen. Vielleicht reicht es ja noch für die Top-30.“
Am Sonntag begibt sich das Weltklasse-Feld in Shanghai um 6.40 Uhr Ortszeit auf die entscheidende Runde. Zu einem besonderen Wiedersehen kommt es ab 10.20 Uhr im 21. Flight des Tages: Kieffer wird dann wie schon am Freitag gemeinsam mit McIlroy die 18 Spielbahnen in Angriff nehmen. Der dreimalige Major-Serie Padraig Harrington (IRL, -2) komplettiert das hochklassige Trio. 50 Minuten später starten Cabrera-Bello, Guthrie und Fernández-Castaño in die Schlussrunde.