GP Spanien - Vorschau
Der Circuit de Catalunya, auf dem am 4. Mai 2003 der Große Preis von Spanien
ausgetragen wird, ist eine anspruchsvolle Aufgabe für die Teams. Trotz
umfangreicher Testfahrten auf der Strecke nahe Barcelona gestaltet sich die
Abstimmungsarbeit schwierig, wofür in erster Linie der Wind verantwortlich ist,
der zu häufig wechselnden Streckenbedingungen führt.
In den vergangenen beiden Jahren hat das BMW WilliamsF1 Team diese
Schwierigkeiten bewältigt und gute Rennergebnisse erzielt. Auch Ralf
Schumachers Bestzeiten bei den Testfahrten am 27. und 28. März auf dem
spanischen GP-Kurs stimmen das Team zuversichtlich für den fünften WM-Lauf
2003.
Ralf Schumacher:
Durch den Verlust meiner Mutter ist es momentan eine schwere Zeit für mich. Ich
weiß die Unterstützung und Rücksichtnahme, die Michael und mir von den Fans und
Medien entgegengebracht wird, zu schätzen.
Weil der Circuit de Catalunya praktisch alle Kurvenvarianten bietet, darunter
vier Hochgeschwindigkeitskurven, wird auf keiner Strecke so viel getestet wie
dort. Von daher müsste man meinen, dass es für die Teams Routine sei, die Autos
für den GP Spanien abzustimmen. Tatsächlich aber ist diese Strecke für die
Fahrer und Ingenieure eine der schwierigsten Aufgaben, wenn es darum geht, eine
gute Balance beim mechanischen und aerodynamischen Set-up zu finden und die
richtige Reifenwahl zu treffen. Das liegt an den häufig wechselnden Bedingungen
dort. Die Strecke liegt auf einer Anhöhe, oft ist es sehr windig. Die intensive
Weiterentwicklung unseres Chassis ist ermutigend, deshalb hoffe ich, dass wir
2003 in Barcelona besser abschneiden als bisher.
Juan Pablo Montoya:
Auf dem Circuit de Catalunya haben wir am meisten getestet. Das macht ihn zwar
nicht zu meiner Lieblingsrennstrecke, aber ich verbinde doch einige gute
Erinnerungen mit diesem Kurs. 1998 habe ich dort ein Formel-3000-Rennen
gewonnen, und in den vergangenen beiden Jahren bin ich bei den Grands Prix
jeweils Zweiter geworden, was beide Male besser als erwartet war. Ich denke,
bislang sind wir in dieser Saison meist unter Wert geschlagen worden und hoffe,
dass wir dieses Missverhältnis in Barcelona etwas gerade rücken können. Der
Circuit de Catalunya stellt bezüglich der Abstimmung sehr vielfältige
Ansprüche. Aber wir werden in Barcelona jene Aerodynamikverbesserungen zur
Verfügung haben, mit denen wir bereits in Imola gefahren sind, und das stimmt
uns diesmal zuversichtlicher für den GP in Spanien.
Sam Michael, WilliamsF1 Chief Operations Engineer:
In Imola war unser Paket recht konkurrenzfähig, dazu hat vor allem unsere
Aerodynamik-Abteilung beigetragen. Allerdings haben wir wegen Fehlern von
Fahrern und Crew bei den Boxenstopps nicht das Beste daraus gemacht. Unsere
Boxenmannschaft ist normalerweise sehr schnell, das hat sie in den vergangenen
beiden Jahren regelmäßig gezeigt. Trotz der Probleme am Rennsonntag in Imola
wurde für Ralf noch die kürzeste Boxenstopp-Zeit gemessen, und wir haben
bereits Maßnahmen getroffen, um den entstandenen Problemen entgegenzuwirken.
Wir haben nach dem GP in Imola in Silverstone getestet und uns dabei auf die
Weiterentwicklung des Chassis konzentriert. Trotz Juan Pablos Unfall am zweiten
Tag haben wir weitere Fortschritte erzielt. Ihm ist zum Glück nichts passiert.
Marc Gené hat das Testprogramm am letzten Tag komplettiert. Dabei wurde unser
Zeitplan durch heftigen Regen gestört, aber dabei hat sich zumindest eine
Verbesserung der Regenreifen bestätigt.
Barcelona ist eine Herausforderung für die Ingenieure und Fahrer, wenn es darum
geht, eine gute Balance für das Fahrzeug zu finden. Wir haben dort im Winter
zwar viel getestet, aber die veränderlichen Bedingungen führen dazu, dass man
auch am Rennwochenende noch an der Abstimmung arbeitet. Wegen der erhöhten
Abnutzung in vier Hochgeschwindigkeitskurven braucht man härtere Reifen als
sonst, außerdem kommt der aerodynamischen Effizienz eine hohe Bedeutung zu.
Wie beim letzten GP kommen auch in Barcelona Zwei- und Drei-Stopp-Strategien in
Frage. Überholen ist schwierig auf dem Circuit de Catalunya, das macht einen
guten Startplatz besonders wertvoll.
BMW Motorsport Direktor Mario Theissen:
Barcelona war für uns immer ein schwieriges Terrain, wenngleich wir in den
vergangenen beiden Jahren mit jeweils einem zweiten Platz durch Juan Pablo
letztlich nicht schlecht abgeschnitten haben. Die Belastung für den Motor ist
mit einem mittleren Volllastanteil durchschnittlich. Auf der langen
Start-Ziel-Gerade zahlt sich die Leistung des BMW P83 aus, der uns in der
Saison 2003 bisher auch noch keinerlei technische Probleme bereitet hat. Unser
jüngster Test auf dem Circuit de Catalunya Ende März verlief sehr positiv. Er
brachte hinsichtlich der Weiterentwicklung von Chassis, Motor und Reifen sehr
gute Ergebnisse, was sich auch in Tagesbestzeiten von Ralf Schumacher
niederschlug. Ermutigend war zudem unsere Performance in Imola. Mit den
Startplätzen zwei und vier haben wir im Qualifying Stärke gezeigt und im Rennen
nur knapp einen Podiumsplatz verpasst. Wir hoffen, dass sich unser
Aufwärtstrend in Barcelona fortsetzt.
Zahlen und Fakten
- Am Freitag, dem 2. Mai, stellt das BMW WilliamsF1 Team in Barcelona seine
neue Merchandising Kollektion vor. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr. Um
20.00 Uhr beginnt das Programm mit Interviews, Modenschau und anschließender
Party. Formel-1-Journalisten mit permanenter Akkreditierung sind herzlich
willkommen. Die Anschrift: TORRE DE TELEFONICA, MONTJUIC ("CALATRAVA"),
c/Pierre de Coubertin s/nº Montaña de Montjuïc, BARCELONA
- Am Samstag, dem 3. Mai, wird um 18.00 Uhr im BMW WilliamsF1 Team Paddock Club
das ?Allianz Safety Dictionary? den Medien vorgestellt. Frank Williams, Patrick
Head und Repräsentanten der Allianz werden anwesend sein. Bitte wenden Sie sich
an Peter Philips oder Silvia Hoffer für das zum Einlass erforderliche Ticket.
- Die Stadt Barcelona (rund 1,8 Millionen Einwohner) mit ihrem Mittelmeerhafen
liegt im Nordosten Spaniens. Sie ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum
Kataloniens, verfügt über mehrere Universitäten und Hochschulen sowie
zahlreiche Museen und Kulturdenkmäler. Zu den berühmtesten Söhnen der Stadt
zählt der Jugendstil-Architekt Antoni Gaudí (1852-1924), der unter anderem das
bis heute unvollendete Kirchenbauwerk Sagrada Familia hinterließ.
- Seit der offiziellen Zeitrechnung der Formel 1 (ab 1951) wurden 32 Große
Preise von Spanien ausgetragen. Austragungsorte waren der Circuit de Catalunya
(12 GP), Jarama (9), Jerez (5), Montjuic (4) und Pedralbes (2). Der erste GP
von Spanien wurde am 28. Oktober 1951 in Pedralbes von dem Argentinier Juan
Manuel Fangio auf Alfa Romeo 59 gewonnen.
- Das erste Rennen auf dem Circuit de Catalunya gewann am 29. September 1991
auf nasser Strecke Nigel Mansell (GBR) im WilliamsF1-Renault. Von der
Poleposition startete der heutige BMW Motorsport Direktor Gerhard Berger (AUT)
im McLaren-Honda.
- Für WilliamsF1 stehen insgesamt sechs Siege bei spanischen GP zu Buche. Den
ersten erzielte Mansell 1987 in Jerez, den bis dato letzten Jacques Villeneuve
(CDN) zehn Jahre später auf dem Circuit de Catalunya.
- 2002 erlebte das BMW WilliamsF1 Team einen turbulenten Großen Preis von
Spanien. Nach Zwischenfällen mit beiden Fahrern kam Juan Pablo Montoya
(Startplatz vier) als Zweiter ins Ziel. Ralf Schumacher (Startplatz drei) fuhr
im ersten Renndrittel an zweiter Position, fiel nach einem Ausrutscher auf
Platz elf zurück und kam letztlich wegen eines Motordefektes nicht ins Ziel.
- Sieger des letztjährigen GP Spanien wurde Michael Schumacher im Ferrari. Er
erzielte auch die Poleposition (1.16,364 min) und stellte den Rundenrekord auf
(1.20,355 min).
- Der Große Preis von Spanien 2003 wird am Sonntag, dem 4. Mai, um 14 Uhr
gestartet. Das Rennen wird über 65 Runden à 4,730 km ausgetragen. Die
Renndistanz beträgt 307,324 Kilometer.
Juan Pablo Montoya #3
Geboren: 20.09.75, Bogota (COL)
Nationalität: Kolumbianer
Wohnort: Monte Carlo (MCO)
Familienstand: Verheiratet mit Connie
Größe: 1,68 m
Gewicht: 72 kg
F1-Debüt: 2001, Melbourne
Grands Prix : 38
Polepositions: 10
Siege: 1
WM-Punkte insg.: 91
WM-Punkte 2003: 10 (8. Platz)
Schnellste Runden: 6
GP 2003 Qualifying/Rennen/Punkte
Australien: 3./2./8
Malaysia: 8./12./-
Brasilien: 9./Unfall/-
San Marino: 4./7./2
Ralf Schumacher #4
Geboren: 30.06.75, Hürth (DEU)
Nationalität: Deutscher
Wohnort: Salzburg (AUT)
Familienstand: Verheiratet mit Cora, Sohn David
Größe: 1,78 m
Gewicht: 73 kg
F1-Debüt: 1997, Melbourne
Grands Prix : 104
Polepositions: 1
Siege: 4
WM-Punkte insg.: 190
WM-Punkte 2003: 13 (6. Platz)
Schnellste Runden: 6
GP 2003 Qualifying/Rennen/Punkte
Australien: 9./8./1
Malaysia: 17./4./5
Brasilien: 6./7./2
San Marino: 2./4./5
Mit 23 Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team derzeit den vierten Platz in der
FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
Pressetermine im Fahrerlager
Donnerstag:
14:00-14:30 Uhr: Ralf Schumacher (TV- vor Printmedien) - HP Motorhome
14:30-15:00 Uhr: Juan Pablo Montoya (TV- vor Printmedien) - HP Motorhome
15:00: Patrick Head - FIA Pressekonferenz - Pressezentrum
Freitag:
15:45 Uhr:Ralf Schumacher (fünf Minuten TV-Interviews) - an den Motorhomes
16:00 Uhr: Juan Pablo Montoya - FIA Pressekonferenz - Pressezentrum
19:00 Uhr: Präsentation der BMW WilliamsF1 Team Merchandising-Kollektion
(Adresse siehe oben)
Samstag:
Fünf Minuten nach Ende des Qualifyings: fünf Minuten TV-Interviews mit beiden
Fahrern - an den Motorhomes
16:30-16:45 Uhr: Juan Pablo Montoya (TV- vor Printmedien) - HP Motorhome
17:00-17:30 Uhr: Ralf Schumacher (TV- vor Printmedien) - BMW Motorhome
17:30-18:00 Uhr: Patrick Head / Mario Theissen (Printmedien) - BMW Motorhome
18:30 Uhr: Präsentation des Allianz Safety Dictionary - Paddock Club
Sonntag:
30 Minuten nach Rennende steht Sam Michael den Medien für 15 Minuten zur
Verfügung - WilliamsF1 Motorhome