19
April
2002
|
12:00
Europe/Amsterdam

GP Spanien - Vorschau

Zusammenfassung
Der 4,73 Kilometer lange Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas ist eine schwierige Aufgabe für die Teams. Obwohl nirgendwo häufiger getestet wird als am Austragungsort des Großen Preises von Spanien, wird die Formel 1 dort immer wieder von wechselnden Bedingungen überrascht.

Der 4,73 Kilometer lange Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas ist eine
schwierige Aufgabe für die Teams. Obwohl nirgendwo häufiger getestet wird als
am Austragungsort des Großen Preises von Spanien, wird die Formel 1 dort immer
wieder von wechselnden Bedingungen überrascht. Umschlagendes Wetter und häufig
kräftiger Wind beeinflussen vor allem die Aerodynamik der Fahrzeuge.

In der elfjährigen Geschichte der Rennstrecke war kein Team dort so erfolgreich
wie WilliamsF1 mit fünf Siegen und drei weiteren Podiumsplätzen seit 1991. Das
bislang beste Ergebnis für das BMW WilliamsF1 Team fuhr Juan Pablo Montoya 2001
mit Platz zwei ein. Sieger wurde im Vorjahr Michael Schumacher im Ferrari,
nachdem Mika Häkkinen in der letzten Runde ausgefallen war.

Ralf Schumacher:
Ich gebe zu, dass ich in Imola sehr gerne gewonnen hätte, aber meine
Enttäuschung war rasch verflogen. Ich schaue optimistisch in die Zukunft. Wir
haben in Silverstone einige neue Teile am Auto getestet, und ich glaube, dass
wir auf Barcelona gut vorbereitet sind.

Es ist sehr schwierig, mit der Strecke in Barcelona richtig klarzukommen. Dort
zeigt sich, wer wirklich gut ist und wer nicht, da trennt sich die Spreu vom
Weizen. Bei den Tests am Beginn der Saison haben wir recht gut ausgesehen, doch
müssen wir im Vergleich zum neuen Ferrari natürlich noch etwas aufholen.

Juan Pablo Montoya:
In Barcelona habe ich vergangenes Jahr zum ersten Mal einen Formel-1-Grand-Prix
zu Ende fahren können und meine ersten Punkte für das BMW WilliamsF1 Team
geholt. Das war wichtig, und daran erinnere ich mich natürlich gern. Es war
immerhin schon mein fünftes F1-Rennen, noch dazu auf einer Strecke, die uns
nicht besonders lag. Ich bin gespannt, wie wir in diesem Jahr abschneiden.

Nach Silverstone ist Barcelona die Strecke, auf der wir am meisten testen.
Folglich kenne ich den Kurs gut. Die Strecke gehört nicht zu meinen Favoriten,
obwohl sie recht schnell ist. So oder so fahre ich gerne nach Spanien. Ich mag
das Land und verbringe dort einen großen Teil meiner Freizeit.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Der Circuit de Catalunya ist für die Fahrer und Ingenieure eine der
schwierigsten Aufgaben, wenn es darum geht, eine ausbalancierte
Fahrzeugabstimmung zu finden. Wir testen zwar häufig auf dieser Strecke, aber
die wechselnden Bedingungen führen dazu, dass man selbst am Rennwochenende beim
Set-up noch neue Wege beschreiten muss. Vier Hochgeschwindigkeitskurven
verlangen wegen der erhöhten Abnutzung härtere Reifen und geben der
aerodynamischen Effizienz besondere Bedeutung.

Bei den letzten Grands Prix in Barcelona waren mehrere Boxenstopps die Regel.
Weil das Überholen extrem schwierig ist, sind die Leistungen im Qualifying und
die Boxenstrategie leicht rennentscheidend. Michelin hat gute Fortschritte
gemacht bei der Entwicklung von Reifenmischungen für diese Art Rennstrecken,
wir werden sehen, wie sich das am Rennwochenende auswirkt.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Ferrari hat mit dem neuen Auto die Messlatte höhergelegt und damit unser ganzes
Team zusätzlich motiviert, unser Entwicklungsprogramm voranzutreiben. Wir haben
uns mit einem Test mit zwei Fahrzeugen in Silverstone und paralleler
Prüfstandarbeit in München intensiv auf dass nächste Rennen vorbereitet.
Barcelona zählt zwar nicht zu den Strecken, auf denen wir uns besonders große
Chancen ausrechnen, aber für den weiteren Verlauf der Saison sehen wir uns gut
gerüstet.

Wir sind mit der Ausbeute der ersten vier Saisonrennen mehr als zufrieden. Die
Tatsache, dass wir mit Ferrari um die WM-Führung kämpfen, übertrifft klar
unsere Erwartungen. Und wir freuen uns, dass wir obendrein das derzeit
zuverlässigste Team sind. Niemand ist mehr Rennrunden gefahren als wir, und die
Runden, die uns zu den hundert Prozent fehlen, haben wir nicht wegen eines
Defektes sondern wegen Ralfs Unfall in Australien verloren. Gerade in der
frühen Phase der Saison ist diese Konstanz nicht selbstverständlich.

Das Rennen:
Der 46. Große Preis von Spanien wird am Sonntag, dem 28. April, um 14 Uhr
gestartet. Das Rennen wird über 65 Runden à 4,730 km ausgetragen.
Berücksichtigt man den Versatz der Startaufstellung, beträgt die Renndistanz
307,323 km. Die traditionell häufigste Strategie sind zwei Stopps, der erste
zwischen Runde 20 und 25, der zweite ab Runde 40.

2001 siegte Michael Schumacher im Ferrari von der Poleposition aus (1.18,201
min) und stellte den aktuellen Rundenrekord mit 1.21,151 Minuten auf. Die
schnellste Qualifyingrunde drehte Jacques Villeneuve 1997 in 1.16,525 min.

Ralf Schumacher #5
Geboren: 30.06.75 - Hürth (DEU)
Nationalität: Deutscher
Wohnort: Salzburg (AUT)
Familienstand: Verheiratet mit Cora, Sohn David
Große: 1,78 m
Gewicht: 73 kg
F1-Debüt: 1997, Melbourne
Polepositions: 1
Siege: 4
WM-Punkte insg.: 155
WM-Punkte 2002: 20
Schnellste Runden: 6

2002 Qualifying/Rennen
GP Australien: 3./Unfall
GP Malaysia: 4./1.
GP Brasilien: 3./2.
GP San Marino: 3./3.

Juan Pablo Montoya #6
Geboren: 20.09.75 - Bogota (COL)
Nationalität: Kolumbianer
Wohnort: Monte Carlo (MCO)
Familienstand: Verlobt mit Connie Freydell
Große: 1,68 m
Gewicht: 72 kg
F1-Debüt: 2001, Melbourne
Polepositions: 4
Siege: 1
WM-Punkte insg.: 48
WM-Punkte 2002: 17
Schnellste Runden: 5

2002 Qualifying/Rennen
GP Australien: 6./2.
GP Malaysia: 2./2.
GP Brasilien: 1./5.
GP San Marino: 4./4.

Pressekontakt: Joerg Kottmeier
Tel: +49-89-382-23401
E-Mail Adresse: joerg.kottmeier@bmw.de