Erste Testfahrt mit dem neuen BMW Formel-1-Motor
Das erste Mal, die ersten Meter
München. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren fuhr wieder ein Formel-1-Rennwagen
mit einem BMW Triebwerk im Heck: Im Zuge der Vorbereitungen auf die
Formel-1-Rückkehr im Jahr 2000 absolvierte der neue BMW V10-Zylinder seine
erste Testfahrt.
Am Dienstag morgen um 9.26 Uhr begann das Team von BMW Motorsport mit dem Test
auf dem firmeneigenen und mittlerweile um einen Rundkurs ergänzten
Versuchsgelände in Miramas (F). Als Testträger diente ein 98er Chassis von
Partner Williams F1.
"Solche Jungfernfahrten gehörten früher auch zu meinen Aufgaben", sagt der
ehemalige Formel-1-Pilot und heutige BMW
Motorsport Direktor Gerhard Berger. "Aber ich muß gestehen, aus der Perspektive
meiner heutigen Rolle sind sie noch um einiges spannender."
BMW Formel-1-Testfahrer Jörg Müller fuhr in Miramas seinen ersten Einsatz:
"Diese Aufgabe bedeutet mir enorm viel, und zu so einer Premiere gehört schon
mächtig viel Lampenfieber. Man spürt, daß das ganze Unternehmen hinter diesem
Projekt steht."
Dr. Mario Theissen, in der Führung von BMW Motorsport für die Technik
verantwortlich, erklärt: "Nach der bisherigen Aufbauarbeit beginnt nun eine
neue Entwicklungsphase. Grundlage dafür sind die Ergebnisse, die wir in den
nächsten Tagen sammeln und anschließend in Ruhe auswerten."
Seit der BMW Vorstand im September 1997 die Rückkehr in die
Formel-1-Weltmeisterschaft beschloß, wurden in München unter der Regie von Paul
Rosche, der für die Entwicklung des Motors verantwortlich zeichnet, eine neue
Motorenfabrik errichtet und rund 130 Fachleute eingestellt. Rosche konstruierte
für BMW in den 70ern den erfolgreichsten Formel-2-Motor aller Zeiten und
anschließend jenen Formel-1-Motor, mit dem Nelson Piquet 1983 Weltmeister
wurde.
Nach dem Formel-1-Ausstieg von BMW baute Rosche unter anderem den im Sportwagen
erfolgreichen V12-Zylinder und unter strenger Geheimhaltung Anfang der 90er
Jahre zwei Formel-1-Saugmotoren.