ALMS 1000-Kilometer-Rennen Nürburgring
München/Nürburgring. Ein winziges Metallteil im Reifen verhinderte beim vierten
Lauf zur American Le Mans Series (ALMS) auf dem Nürburgring den dritten BMW
Sieg in Folge. BMW Werksfahrer Jörg Müller (D) verlor 20 Minuten vor Rennende
die Führung, nachdem er sich wegen eines schleichenden Plattfußes gedreht
hatte. Müller und Partner JJ Lehto (FIN) kamen nach 5.45 Stunden hinter dem
Panoz von David Brabham/Jan Magnussen auf Rang zwei und verteidigten damit ihre
Tabellenführung. Müller liegt nun mit 100 Punkten vor seinem Partner Lehto (98
Zähler) an der Spitze. In den Klassements für Chassis- und Motorenhersteller
sowie in der Teamwertung führt BMW mit 95 Punkten vor Panoz (85) und Audi (84).
Platz drei in dem Regen-Krimi belegte mit drei Runden Rückstand der Audi von
Frank Biela/Emanuele Pirro. Der zweite BMW V12 LMR mit Bill Auberlen und
Jean-Marc Gounon wurde Zehnter.
Die beiden BMW V12 LMR waren zur Neuauflage des legendären
1000-Kilometer-Rennens von den Plätzen vier (Lehto) und fünf (Gounon)
gestartet. In der durch wechselhaftes Wetter turbulenten Anfangsphase belegten
sie die Plätze zwei und drei. Der erste Wechsel auf Regenreifen nach 39 Runden
musste nach weiteren 17 Runden rückgängig gemacht werden. Ab der 70. von
letztlich 185 Runden gab es keine Alternative mehr zu Regenreifen. Während sich
Lehto konstant an zweiter Position hielt, musste Gounon nach einem Ausritt mit
einem Heckschaden an die Box. Nach 20 Minuten ging der Wagen mit Auberlen am
Steuer und 13 Runden Rückstand wieder ins Rennen.
Müller löste Lehto nach drei Stunden und zwanzig Minuten (111 Rennrunden) ab.
Dank hervorragender Boxenstrategie übernahm der Deutsche in der 150. Rennrunde
die Führung und verteidigte sie souverän bis zum Dreher. Auberlen übergab nach
124 Runden mit 15 Runden Rückstand auf die Spitze an Gounon. Der Franzose kam
als Zehnter ins Ziel.
BMW Motorsport Teammanager Charly Lamm: "Dieses Rennen war atemraubend bis zur
letzten Runde. Ohne den schleichenden Plattfuß am Ende hätte Jörg den dritten
Sieg in Folge ins Ziel gebracht. Aber wir haben nicht verlernt, uns über zweite
Plätze zu freuen."
Jörg Müller #42: "Mental war dies eines der härtesten Rennen, das ich je
gefahren bin. Es gab jede Menge Schrecksekunden wegen schlechter Sicht. Man
lief sogar Gefahr, sich auf der Geraden zu drehen. Kurz vor Rennende habe ich
gespürt, dass die Reifenhaftung nachließ. Bis dahin hatte ich Jan Magnussen
hinter mir unter Kontrolle."
JJ Lehto #42: "Das Auto war bei diesen Wassermengen und Aquaplaning extrem
schwer auf der Strecke zu halten. Ich bin mehrmals in der Schikane ausgerutscht
und habe mich sogar zweimal um 360 Grad gedreht."
Jean-Marc Gounon #43: "Das Auto war wirklich gut - schade, wegen des frühen
Unfalls. Ich war dicht hinter JJ, als der wegen eines Konkurrenten plötzlich
bremsen musste. Um JJ nicht zu treffen, musste ich ausweichen und bin von der
Strecke gerutscht."
Bill Auberlen #43: "Nach der Reparatur ging es für uns nur noch darum, Punkte
zu holen, und es sind immerhin noch zehn geworden. Ich war sehr vorsichtig
unterwegs. Das Auto war schwer zu kontrollieren, auch, weil der Unfall unseren
neuen Heckflügel gekostet hat, der mehr Anpressdruck brachte."
Hans-Joachim Stuck erreichte mit seinen Partnern Boris Said und Johannes van
Overbeek trotz einer Kollision und längerer Reparaturpause mit dem BMW M3 des
BMW Team PTG noch Platz sechs in der GT-Klasse. "Ich bin heute fast vier
Stunden gefahren und habe jede Runde genossen", erklärte der Routinier
strahlend.