Mit Start der Neuen Klasse: BMW erweitert serienmässige aktive Sicherheitsfunktionen.
München. Mit dem Marktstart der Neuen Klasse stattet BMW erstmals mehrere Baureihen serienmässig mit einer erweiterten Palette aktiver Sicherheits-Assistenzsysteme aus. Dazu gehört die Ausstiegswarnung zur Vermeidung sogenannter Dooring-Unfälle mit aktiver Türöffnungsverzögerung. Den Auftakt machte der BMW iX3 als erstes Serienmodell der Neuen Klasse. Weitere Modelle wie BMW i3, BMW X5 und BMW 7er sowie anschliessende Baureihen werden folgen.
„Die breite serienmässige Umsetzung unserer neuen Active-Safety-Funktionen basiert auf unserer Philosophie „Smart, Symbiotic, Safe“. Wir verbinden Fahrer und Assistenzsysteme zu einem kooperativen Gesamtsystem. Bei BMW arbeiten aktive Sicherheitsfunktionen als stille, intelligente Begleiter im Hintergrund – unaufdringlich aber effektiv, wenn es in kritischen Situationen darauf ankommt“, sagt Dr. Mihiar Ayoubi, Leiter Entwicklung Fahrerlebnis BMW Group.
Aktive Sicherheits-Assistenzsysteme unterstützen Fahrer in kritischen Fahr-, Park- und Ausstiegssituationen. Auf Kundenzustimmung basierende Datenanalysen der intelligent vernetzten Fahrzeugflotte von BMW belegen, dass die Funktionen den Verkehr sicherer machen. Allein im letzten Monat legte die betrachtete Flotte in Europa* 1,6 Milliarden Kilometer zurück. Rund 8 Mio. Mal wurden Kunden visuell und akustisch vor potenziellen Kollisionen gewarnt. In 243.977 Fällen trugen aktive Eingriffe in Lenkung und Bremse von Assistenzfunktionen zur Vermeidung einer möglichen Kollision bei.
BMW Symbiotic Drive hebt die Fahrerassistenz in der neuen BMW Fahrzeuggeneration auf ein neues Niveau. Es steht für das intuitive Zusammenspiel zwischen Fahrer und Assistenzsystemen. Das Fahrzeug erkennt die Absicht des Fahrers über Lenkverhalten und Blickrichtung. So warnt und lenkt z. B. der Spurhalteassistent nur dann, wenn ein unbeabsichtigtes Verlassen der eigenen Spur oder eine drohende Kollision erkannt wurde. Bei bewusst eingeleiteten Fahrmanövern greift das System also nicht ein, sofern keine Kollision oder kein Verlassen der Fahrbahn absehbar ist. Beispiele dafür sind ein gesetzter Blinker, aktive Lenkbewegungen oder ein Schulterblick.
Der neue BMW iX3 erhielt im aktuellen Sicherheitstest der unabhängigen Prüforganisation Euro NCAP die Höchstwertung von fünf Sternen und übertraf die dafür benötigten Werte dabei deutlich. Als eines der ersten Fahrzeuge wurde der BMW iX3 nach den 2026 grundlegend überarbeiteten Testprotokollen bewertet. Das NCAP-Resultat bestätigt den ganzheitlichen Sicherheitsansatz von BMW.
Neue Ausstiegswarnung kann „Dooring-Unfälle“ noch effektiver verhindern.
Dooring-Unfälle entstehen, wenn sich die Tür eines geparkten
Fahrzeugs unerwartet in den Verkehrsraum öffnet. Das ist vor allem für
Radfahrerinnen und Radfahrer gefährlich. Laut Gesamtverband der
Deutschen Versicherungswirtschaft standen 2024 in Berlin 8% aller
Rad-Unfälle im Zusammenhang mit Dooring**. Die Ausstiegswarnung gehört
seit Jahren zum Serienumfang vieler BMW Modelle und weist akustisch
und visuell auf Gefahren hin. Mit dem Start der Neuen Klasse wird sie
standardmässig mit der aktiven Türverzögerung erweitert. Mithilfe der
Seitenradare überwacht die Funktion kontinuierlich den Verkehrsraum
rund um das stehende Fahrzeug und erkennt sich nähernde Fahrzeuge,
Fahrräder oder andere Verkehrsteilnehmer. Wurde eine Kollisionsgefahr
detektiert, wird das Öffnen der Tür mithilfe des elektronischen
Türschlosses gezielt verzögert, bis die Gefahr vorüber ist.
Neue und weiterentwickelte Funktionen unterstreichen
Safety-Kompetenz von BMW.
Neben dem kooperativen Spurhalteassistent
und der verbesserten Ausstiegswarnung belegen
zahlreiche Neuerungen und Weiterentwicklungen die hohe Kompetenz von
BMW bei aktiven Sicherheitsfunktionen. Diese können zuverlässig
unterstützend eingreifen, sollen den Kunden aber nicht stören. Dazu
zählen u. a.:
- Der Notfall-Lenkeingriff kann das Fahrzeug erstmals automatisch innerhalb der eigenen Fahrspur an einem Hindernis vorbeiführen, z. B. wenn eine Person bei einer Panne zwischen zwei Fahrzeugen auf die Fahrbahn geht oder ein Radfahrer bei schlechten Lichtverhältnissen übersehen wird. Diese Funktion ist derzeit einmalig im Wettbewerbsumfeld.
- Auch in Situationen mit seitlicher Kollisionsgefahr hilft der Notfall-Lenkeingriff Unfälle zu vermeiden, z. B. wenn sich der potenzielle Unfallgegner dem eigenen Fahrzeug sehr eng annähert. Ein kurzer aktiver Lenkeingriff führt das Fahrzeug sanft innerhalb der eigenen Fahrspur weg vom Kollisionsobjekt. Dafür muss das System ausreichend Raum zum Ausweichen erkennen.
- Der Notbremsassistent mit Ausweichhilfe unterstützt bei drohenden Frontkollisionen. Er kann automatisiert bis zur Vollverzögerung bremsen. Durch verbesserte Sensorik kann die Funktion auch bei Tieren auf der Fahrbahn und bei Wildwechsel unterstützen.
- Die Vorfahrtswarnung unterstützt Fahrer nun noch effektiver dank der Anzeige erkannter Verkehrszeichen im Panoramic Vision direkt im Sichtfeld des Fahrers. Dazu zählen neben roten Ampeln, Vorfahrt-Achten- und Stoppschildern, Einfahrt-Verboten-Situationen sowie roten Ampeln neuerdings auch Warnungen bei Fussgängerüberwegen.
- Der Aufmerksamkeitsassistent mit Nothalt kann in medizinischen Notfällen unterstützen. Erkennt die Fahrerkamera, dass der Fahrer nicht mehr fahrtüchtig ist, übernimmt das System kurzzeitig die Fahrzeugführung. Es bringt das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand. Dabei aktiviert es automatisch den Warnblinker und löst einen eCall aus. Der Fahrer kann den Vorgang jederzeit übersteuern.
Mehr serienmässige Sicherheit beim Parken und Rangieren.
Auch beim Parken und Rangieren können verbesserte und
weiterentwickelte Sicherheits-Assistenzsysteme Kollisionen verhindern.
- Die Active Park-Distance-Control kann mithilfe der Ultraschallsensoren und Surround-View Kameras Kollisionen verhindern. Die Funktion bremst hinten und erstmals auch seitlich auf statische und bewegliche Objekte bis zum Stillstand.
- Beim oft unübersichtlichen Rückwärts-Ausparken auf befahrene Strassen kann die Notbremsfunktion hinten schwere Unfälle mit querenden Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern verhindern. Dafür scannen die hinteren Seitenradare die Umgebung. Die Rückfahrkamera und die Visualisierung aus der Vogelperspektive auf dem Zentraldisplay schaffen zusätzliche Übersicht.
- Die serienmässige Anfahrüberwachung erkenntmögliche Fehlbetätigungen des Fahrpedals. Ein typisches Beispiel ist die Verwechslung von Gas und Bremse. Erkennt das System bei bis zu 2 km/h ein Hindernis in weniger als einem Meter Entfernung und gleichzeitig eine ungewöhnlich schnelle und starke Betätigung des Gaspedals, greift es ein. Das Fahrzeug bremst dann vorwärts oder rückwärts kontrolliert bis zum Stillstand.
BMW Panoramic iDrive schafft Klarheit für den Fahrer.
Mit der neuen Sensorik-Generation und der verbesserten
Assisted View Anzeige im BMW Operating System X wird die aktuelle
Fahrsituation präzise und detailreich dargestellt. Die
Visualisierungen werden im Zentraldisplay, im Panoramic Vision oder
optional im 3D Head-Up Display angezeigt. Sie unterstützen den Fahrer
dabei, Verkehrsgeschehen und erkannte Objekte intuitiv zu erfassen und
schaffen zusätzliche Transparenz über die aktuell aktiven
Assistenzsysteme und deren Eingriffe.
Neuer Hochleistungsrechner bündelt sämtliche Fahrassistenzfunktionen.
Mit dem neuen BMW iX3 und darauffolgenden Modellen etabliert
BMW die technische Grundlage für die nächste Generation intelligenter,
symbiotischer und sicherer Fahrerassistenzsysteme. Alle neuen aktiven
Sicherheits- sowie automatisierten Fahr- und Parkfunktionen laufen auf
dem zentralen „Superbrain of Automated Driving“ zusammen. Der erstmals
wassergekühlte Hochleistungsrechner verfügt über eine rund 20-mal
höhere Rechenleistung als das Vorgängersystem.
Neues Testgelände in Sokolov zahlt sich aus.
Das 2023 eröffnete Testgelände „Future Mobility Development
Center“ (FMDC) in Sokolov (Tschechien) hat entscheidend zur
Entwicklung der neuen Active-Safety-Systeme und
Fahrerassistenzfunktionen beigetragen.
„Das Future Mobility Development Center in Sokolov ist für uns weit mehr als eine Teststrecke. Es ist ein zentraler Baustein unserer Entwicklungsstrategie und schafft die Voraussetzungen, Innovationen für automatisiertes Fahren und Parken schnell, sicher und kundenorientiert zur Serienreife zu bringen. Die einzigartige Erprobungsumgebung ermöglicht es uns, reale Fahrsituationen unter höchst anspruchsvollen und reproduzierbaren Bedingungen abzubilden. Damit stärken wir die technologische Spitzenposition der BMW Group langsfristig“, sagt Dr. Martin Sautter, Bereichsleiter Fahrzeugfreizeichnung der BMW Group.
Auf dem rund 600 Hektar grossen, weltweit grössten Erprobungsgelände der BMW Group werden auf etwa 25 Kilometern Teststrecken realitätsnahe Fahr- und Verkehrsszenarien – von Stadtverkehr bis hin zu Autobahnen und automatisierten Parkmanövern – unter reproduzierbaren Bedingungen erprobt. Die Tests auf dem hochmodernen Gelände ergänzen die Ergebnisse aus virtuellen Fahrsimulationen und Millionen von Testkilometern im realen Strassenverkehr bei Hitze, Schnee und Eis in Europa, Nordamerika, Südafrika und China.
* 1,3 Millionen BMW Fahrzeuge mit der vorherigen Technologiegeneration der Assistenzsysteme, deren Halter ihre aktive Zustimmung zur Datenerfassung gegeben haben.
Q&A: Kurzantworten zu den wichtigsten Fragen
Was ändert BMW mit der Neuen Klasse bei der aktiven Sicherheit?
BMW bringt mit der neuen Generation der
Fahrerassistenzsysteme noch mehr aktive Sicherheitsfunktionen
serienmässig in alle Baureihen. Die Systeme unterstützen beim sicheren
Fahren, Parken und Aussteigen.
Was macht die neue Ausstiegswarnung von BMW besonders?
Die neue Ausstiegswarnung erkennt herannahende
Verkehrsteilnehmer und kann das Öffnen der Tür bei Kollisionsgefahr
aktiv verzögern. Damit können gefährliche Dooring-Unfälle verhindert
werden. Diese entstehen, wenn eine Fahrzeugtür unerwartet in den
Verkehrsraum geöffnet wird. Das ist besonders gefährlich für
Radfahrerinnen und Radfahrer.
Was bedeutet BMW Symbiotic Drive?
BMW Symbiotic Drive steht für das intuitive Zusammenspiel
zwischen Fahrer und Assistenzsystem. Alle Systeme unterstützen gezielt
bei erkannter Gefahr und bleiben als stille, intelligente Begleiter im
Hintergrund, wenn keine Gefahr erkannt wird.
Was macht die aktiven Sicherheits-Assistenzsysteme mit BMW
Symbiotic Drive besonders?
Das Fahrzeug erkennt die Absicht des Fahrers über
Lenkverhalten und Blickrichtung. So warnt und lenkt z. B. der
Spurhalteassistent nur dann, wenn ein unbeabsichtigtes Verlassen der
eigenen Spur oder eine drohende Kollision erkannt wurde.
Welche Rolle spielt das neue Testgelände in Sokolov?
BMW testet dort reale Fahr- und Verkehrsszenarien unter
reproduzierbaren Bedingungen. Das unterstützt die Entwicklung und
robuste Absicherung neuer Sicherheitsfunktionen.