Legenden der 50er Jahre: BMW 507 - BMW 503 - BMW Isetta.
Inhaltsverzeichnis. 1. Zeitlose Eleganz: 50 Jahre BMW 507 und BMW 503. 2. 50 Jahre BMW Isetta. "Knutschkugel", Bubble Car, Dach über dem Kopf: Die innovative Mobilitätslösung feiert am 05. März 2005 ihren 50. Geburtstag. (Kurzfassung) 3. 50 Jahre BMW Isetta. (Langfassung)
1. Zeitlose Eleganz: 50 Jahre BMW 507 und BMW 503.
Damit hatte niemand gerechnet: "BMW hat sogar die Italiener geschlagen",
frohlockte ein Fachmagazin zur Premiere des Sportroadsters BMW 507. Dabei war
der Designer ein Deutscher. "Der Leichtbau V-Achtzylinder von BMW dürfte die
bisher glücklichste Synthese der Automobilbau-Kunst diesseits und jenseits des
grossen Teichs sein", hiess es über das Triebwerk: Auch dieser erste in Serie
gebaute Aluminium-Achtzylinder der Welt kam aus Deutschland.
Aber erfunden wurde der BMW 507 in den USA.
1954 schielte ganz Deutschland mit glänzenden Augen ins Land der unbegrenzten
Möglichkeiten. Die Jugend lauschte fasziniert der Stimme eines jungen
Fernfahrers namens Elvis Presley, der vom Stand weg Hit nach Hit landete und
mit seinem provozierenden Hüftschwung für Furore sorgte. James Dean liebte im
Kino Natalie Wood und im Privatleben deutsche Sportwagen. Letzteres gefiel auch
den Erwachsenen, denn wenn es in Amerika wieder chic war, ein deutsches Auto zu
fahren, konnte das nur gut für die Wirtschaft sein. In der Tat setzte sich die
amerikanische Upper Class mit Vorliebe dadurch von der Masse der
Strassenkreuzer ab, dass sie europäische Wagen über die Highways steuerte. Und
Deutschlands Autoindustrie konstruierte, baute und exportierte, was immer auf
dem US-Markt Erfolg versprach.
BMW Sportwagen: Guter Ruf noch aus Vorkriegszeiten.
Ausgerechnet BMW, vor dem Krieg mit dem 328 einer der führenden
Sportwagenhersteller, hatte in diesem Segment rein gar nichts im Angebot. Dabei
hatte die Marke einen guten Ruf unter den Autoenthusiasten zwischen Atlantik
und Pazifik, fuhren doch einige der Vorkriegs-Roadster als Mitbringsel
ehemaliger Besatzungssoldaten in den USA. Und dann war da noch ein gewisser Max
Hoffman, Generalimporteur für BMW mit Sitz in New York und im Lancieren
deutscher Zweisitzer überaus erfolgreich. Auch er verlangte vor allem eins aus
München: Einen Sportwagen.
Der Name war da, der Markt war da, der Importeur war da - nur das Auto fehlte.
Doch ganz mit leeren Händen stand BMW nicht da: Als erstes Nachkriegsautomobil
hatte man 1951 die grosse 501 Limousine mit einem Vorkriegs-Sechszylinder unter
der Haube auf die Räder gestellt, obwohl die Voraussetzungen dafür alles andere
als rosig gewesen waren. Das gesamte Automobilwerk in Eisenach stand unter
russischer Verwaltung und war damit endgültig verloren. Dennoch begannen
zeitgleich Versuche mit einem V8-Motor, der 1954 gerade serienreif war. BMW
präsentierte ihn 1954 auf dem Genfer Autosalon der Öffentlichkeit, zuerst als
Antriebsaggregat für die Limousine.